Welpen     
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Entwicklung des Welpen
 
Denken Sie daran, Ihr Neufundländer oder Landseer braucht 3 Jahre bis zur vollständigen Entwicklung.
 

Die vegetaive Phase bis zur 2.Woche
Der neugeborener Welpe ist sehr hilflos, Ohren und Augen sind noch fest geschlossen, der Geruchssinn kaum entwickelt. Was ein Welpe hat ist der unbändige Wille zum Leben. Er reagiert positiv auf Wärme und Körperkontakt der Mutter und der Geschwister.
Einige weitere (lebenswichtige) Verhaltensweisen sind ihm ebenfalls angeboren: wie strampeln, im Kreis kriechen, Fellbohren, Milchtritt, Lecksaugen und das Abstemmen der Hinterbeine. Umweltreize wie Lärm und Licht werden vom Welpen in diesem Alter nicht wahrgenommen. Die Natur beschränkt sich auf die unbedingt lebenswichtigen Verhaltensweisen, wie Schlafen und Aufsuchen der Milchquelle. Die Welpen geben Schrei- und Winsellaute von sich um das Fürsorgeverhalten der Mutter zu aktivieren. Die Mutter weicht in dieser Phase kaum von den Jungen.  
 
Übergangsphase  bis ca. 4. Woche
Diese Phase läutet die ersten aktiven Wahrnehmungen der Umwelt ein. Langsam etwa ab dem 10. Tag öffnen sich Augen und Ohren. Der Geruchssinn wird langsam entwickelt und die Milchzähne brechen durch. Der Welpe nimmt langsam seine Umgebung wahr.
  Der Welpe kann nicht von einem Tag auf den Anderen sehen, sondern die Bilder entstehen, schleichend,  werden langsam immer heller und deutlicher. Der Beginn dieses Wahrnehmungsvermögen ermöglicht es dem Welpen erstmals aktiv auf seine Umwelt zu reagieren. Er lernt seine Geschwister und die Mutter kennen. Die Mutter wird jetzt schon nach kurzer Abwesenheit aus dem „Nest“ aktiv begrüßt. Ebenso beginnen die Welpen untereinander mit den ersten Interaktionen. Auch verlassen die Welpen das erste mal das Lager. Wenn es möglich ist wird dem Vaterrüden nun auch erstmals Zugang zu den Welpen gewährt.

Der Rüde übernimmt dann eine wichtige Rolle im Leben der Welpen: entfernt sich ein Welpe alleine zu weit vom Lager, wird er vom Rüden zurückgebracht. Dabei geht er teilweise sehr unsanft mit den Welpen um, denn die Welpen sollen in dieser Phase lernen, dass sie sich in Gefahr begeben wenn sie alleine Ausflüge machen.

 
Prägungsphase  bis ca. 8. Woche
Die wichtigste Phase im Leben des Welpen hat begonnen. Nun lernt er in Windeseile. Die Körperbewegungen werden immer geschickter. Und die Sinnesleistungen werden voll entwickelt. Die Welpen verbringen immer weniger Zeit mit Schlafen und beginnen selbständig Futter aufzunehmen. Soziale Gesten und Verhaltensweisen entwickeln sich und werden spielerisch eingeübt. Wedeln, Einklemmen des Schwanzes, Ohrenanlegen, Knurren und Zähnezeigen und erste „Jagdspiele“ können beobachtet werden.  Sie entfernen sich jetzt auch weiter vom Wurflager. Zunächst zu mehreren – später auch alleine.
  Die wichtigste Phase in einem Hundeleben hat nun begonnen. Die Welpen reagieren nun aktiv auf ihre Umwelt und die angeborene Neugier und die Sicherheit durch die Mutter in ihrer Nähe lässt sie die Umgebung ohne große Scheu erkunden. Nun ist es Sache des verantwortungsvollen Züchter, sich mit den Welpen zu beschäftigen und ihnen so viele Umweltreize wie nur möglich zu bieten. Die Welpen müssen den Menschen als Sozialpartner kennen lernen, mit Geräuschen und anderen Tieren vertraut gemacht werden. Kurz gesagt: Alles das wovor der Hund später keine Angst haben soll – muss er von nun an kennen lernen.

Dazu gehören z.B. Radiogeräusche, Staubsauger, spielende Kinder, verschiedener Boden (auch Folien, Kieselsteine, Holzbretter, etc.), andere Hunde, andere Tiere (wenn möglich) und viele fremde Menschen.

 
Sozialisierungsphase  bis ca.12. Woche
Nun beginnt für die Welpen der Ernst des Lebens. Sie werden langsam aber konsequent mit den Verhaltensweisen des Rudels vertraut gemacht. Sie lernen das 1 x 1 des Hundes. Im Hunderudel vermittelt der Rüde ihnen die wichtigen Verhaltensregeln. Die Welpen dürfen von nun an nicht mehr respektlos mit den Älteren Rudelmitgliedern umgehen, sondern werden auch konsequent zur „Ruhe und Ordnung“ gerufen. Dies ist auch die Zeit in der spätestens der neue Halter in das Leben des Welpen tritt. Denn er soll ja auch die Umgangsformen im Menschenrudel lernen. Die Welpen spielen nun sehr intensiv miteinander und lernen dabei sich selbst einzuschätzen.

Sie müssen nun auch den richtigen Umgang mit ausgewachsenen Hunden und Menschen lernen. Der Mensch als neuer Rudelführer hat nun die schwierige Aufgabe den Welpen mit seiner neuen Umwelt vertraut zu machen, ihm dabei Ruhe und Sicherheit zu vermitteln aber auch konsequent zu sein.

 
 
Rangordnungsphase  bis ca. 16. Woche
Nun zeigt sich langsam der Charakter des Welpen (oder besser Junghundes) und die Rangordnung muss stabilisiert werden. Der Junghund versucht nun in seiner verspielten, neugierigen aber auch frechen Art sich „Freiräume“ in seinem Rudel zu erobern. Er versucht seinen Kopf durch zu setzen und sich nicht überall unterzuordnen. Nun liegt es am Halter mit Konsequenz, Ruhe und Geduld dem Junghund seinen Platz im Rudel zu zuweisen. Nicht mit körperlicher Stärke sondern mit Intelligenz und Selbstbewusstsein.
 
Juvenile/Rudelordnungs Phase  bis ca. 2/3 Jahre
Im Rudel würde der Junghund nun zum ersten mal mit zur Jagd genommen. Selbstverständlich nicht in vorderster Reihe, sondern im Hintergrund, um die Strategien des Rudels zu lernen. Langsam aber sicher werden die Junghunde in die Arbeitsteilung des Rudel integriert. Auf ihren Streifzügen entfernen sie sich auch immer weiter von den angestammten Rudelplätzen.
Für uns Menschen heißt das besonders Aufmerksam zu sein. Durch die „Verselbstständigung“ entfernt sich der Junghund beim Spaziergang immer weiter von uns. Gestatten wir ihm dies, haben wir bald einen „Streuner“ oder „Wilderer“ an unserer Seite. Besser ist es da, den Junghund auf dem Spaziergang sinnvoll zu beschäftigen (Verstecken, Spielen, Leckerlisuchen, etc.) und somit an uns zu binden.
 
  Der Halter muss „agieren“ nicht immer nur „reagieren“ d.h. dem Junghund Abwechslung und Beschäftigung bieten , damit er sich nicht selbst beschäftigt und dabei auf dumme Gedanken kommt (Stöbern, Wildern, Vögel jagen, etc.).
 
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